Andreas Lang

Lob des Eigensinns

Werk-Analyse von "Was wird hier eigentlich gespielt?" (Komposition - Iris ter Schiphorst, Text - Felicitas Hoppe) 

Einleitung: 

„Was wird hier eigentlich gespielt?“ ist ein Auftragswerk des Ensembles Ascolta und wurde bei den Donaueschinger Musiktagen 2023 uraufgeführt.Im Sommer 2024 wurde es in der Stuttgarter Liederhalle gespielt und am 18. Januar 2025 ist es im Radialsystem Berlin erneut zu erleben.
Ausgangspunkt des Stücks ist das Grimm’sche Märchen vom eigensinnigen Kind, ein fassungslos machendes Paradebeispiel schwarzer Pädagogik, in dem Eigensinn als die Ursünde Superbia verstanden und mit Krankheit und Tod bestraft wird. „Was wird hier eigentlich gespielt?“stellt thematisch wie ästhetisch ein diese Wertung umkehrendes Lob des Eigensinns dar. Dabei befasst es sich mit dem Vermögen und den Begrenzungen der Ausdrucksmedien Musik und Sprache und ihrer Verbindung. Der kooperative Entstehungsprozess wird dadurch im Werk selbst verhandelt. 

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