The Fall of the House of Usher (2013/2014)

Musik zum gleichnamigen Film von James Sibley Watson und Melville Webber von 1928
für Solo-Trompete und großes Ensemble

Dauer: 13 min.

UA: 11.02.2014, Zürich, Museum für Gestaltung

Jörg Schneider / Collegium Novum, Jonathan Stockhammer

Aufführungsmaterial erhältlich bei Boosey & Hawkes

genaue Besetzung:
1(=picc).1(=corA).1(=bcl).1(=dbn)–1.1(solo trp).1.0–perc(2)–pft(2)-jazz gtr–sampler–strings

Presse

Frankfurter Rundschau, 17.11.19, Bernhard Uske zur Deutschen Erstaufführung mit dem Ensemble Modern (Solist: Sava Stoianov) unter Stefan Asbury, in der Alten Oper, Frankfurt a.M.

Filmmusikalisch konstruktiv geworden ist dagegen die 1956 geborene Iris ter Schiphorst, die „The Fall of the House of Usher“, einen surrealistischen Stummfilm Melville Webbers und J.S. Watsons Jr. von 1928, in klassischer Manier unter- bzw. übermalt hat. Die unterschiedlichen Gesten und Aggregatzustände ihrer Musik waren ein Attraktor, der dem traumatisch stilisierten Setting des Bildes Mehrdimensionalität bescherte. Exzellent agierte das Ensemble Modern unter Stefan Asbury, einem so beherrschenden wie locker die Fäden in der Hand haltenden Leiter. Das Besondere der ter Schiphorstschen Partitur ist ein Solopart, den der EM-Trompeter Sava Stoianov brillant bestritt. So etwas wie die galvanisierte Stimme des alptraumhaften Plots. ...

Neue Züricher Zeitung, 2014

Nachträglich zu Filmen aus der Zwischenkriegszeit komponierte Musik stand am Anfang des Abends in der Reihe Lichtspielmusik, der eine stattliche Zahl an Audiophilen und Cinephilen ins Museum für Gestaltung zu locken vermochte. …Avancierter und komplexer gibt sich Iris ter Schiphorsts Musik zum verrätselten und düsteren «The Fall of the House of Usher» nach der Erzählung von Edgar Allen Poe. Die vom Collegium Novum in Auftrag gegebene Komposition, in der sich Jörg Schneider als Solotrompeter bewährte, arbeitet mit Klischees und dramatischen Effekten und bestach bei ihrer Uraufführung durch eine exquisite Klanglichkeit.

ZUGER ZEITUNG, 13. 05. 2014

...Das Projekt war aus der Idee von Jörg Schneider hervorgegangen, einen Film zu vertonen... «Nachdem die Wahl auf die Poe-Story gefallen war, fragten wir uns, wer für diesen Stummfilm eine passende Musik schreiben könnte.»
Die Wahl fiel auf die in Berlin lebende Komponistin Iris ter Schiphorst. «Sie verfügt über Erfahrung im Vertonen von Filmmaterial», so der Zuger. Ihr Stil sage ihm zu, denn «sie kennt keine Berührungsangst, wenn es um die Wahl von Musikstilen geht für das Medium Film.» Das Resultat hat Jörg Schneider dann auch überzeugt. «Sie hat sich mit dem Film intensiv auseinandergesetzt und es geschafft, mit ihrer Musik die Stimmung der Bilder treffend hervorzuheben.... Sie passt hervorragend zur Filmhandlung und verstärkt die Wirkung der Bilder.» Dabei spielt das 18-köpfige Ensemble genau nach der Notenpartitur. «Einzig mir als Trompetensolist bleibt ein gewisser Raum zur Improvisation», erklärt der Zuger, für den der Auftritt im Lincoln Center eine einzigartige Gelegenheit bedeutet.

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