Iris ter Schiphorst

ANNA'S WAKE - 3D-Oper (1992)

zur UA in Berlin, 1993 

 

ANNO A - Anfang der Psychoanalyse oder Ende der Oper? In der Mitte:
ANNA O - Eine Stimme oder eine Frau? In Bildern, Tönen oder Worten? Eine Musik:
O ANNA - „O erzähl mir alles von ANNA... Ich will alles hören von ANNA… Ach, du kennst ANNA...? Ja, doch, klar, wir alle kennen ANNA… Erzähl mir alles. Erzähl’s mir jetzt. Dich trifft der Schlag, wenn du’s hörst.”


DIe 3D - Oper ANNA'S WAKE verknüpft auf spielerische Weise die Geschichte der Oper mit der Krankengeschichte der ersten von der Psychoanalyse angeblich kurierten Hysterikerin 'ANNA O' (Bertha Pappenheim), von der Sigmund Freud den Begriff ‚Talking cure’ übernahm. 

Erzählt wird in drei visuell und musikalisch unterschiedlich akzentuierten Teilen die Wandlungsfähigkeit einer Frau – ANNA, die deren verschiedene Erscheinungs- und Äußerungsformen nach sich zieht.

ANNA läßt sich nicht festlegen, endgültige Bestimmungen holen sie nicht ein. Ironisierte sie eben noch Bel Canto singend den Gestus einer Opern-Diva, kann sie im nächsten Moment bereits von ihrem eigenen melancholischen Bild affiziert sein. Die Stimmungen und Bilder wechseln, schwingen hin und her wie eine Schaukel. Aber ANNA treibt durch unterschiedliche Zeiten hindurch mindestens so sehr ihre Selbstinszenierungen, wie sie dem Wechsel der Bilder und Töne, den medialen Festlegungen um sie herum ausgesetzt scheint.

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