Iris ter Schiphorst
Silence Moves (1997)
zur UA, Wettbewerb BLAUE BRÜCKE, Dresden 1997
Silence moves ist eine Art Kammeroper für 5 Musikerinnen in Bewegung, Live-Elektronic, Lichtanlage, Zuspielband und Videoprojektionen, die mit den vielschichtigen Ver-Bindungen von Sehen und Hören und Zeichen und Klängen spielt.
Das ist jedoch keineswegs eine harmlose Geschichte. Eher eine der Schrift, der Abwesenheit und des Todes.
Und eine der Verwirrung. In der man manchmal nicht mehr so genau weiß, an welchem Ort man sich eigentlich befindet….; ob man ein Hörspiel sieht oder einen Film hört, ob dort Musiker agieren oder Darsteller konzertieren.
In Silence moves geht es weder darum, Bilder musikalisch zu untermalen, noch darum, Musik zu 'illustrieren', sondern um eine Komposition, die Auge und Ohr für das 'Verstehen' benötigt. Also genau jene Sinne, die in 'unserer' alphabetischen, phonetischen Schrift ohnehin auf das Engste zusammenwirken - auch wenn der Anteil des Ohres beim Lesen oder Schreiben gern übersehen wird (die Schrift gehört immer auch einer unsichtbaren Stimme - als heimliche Herrscherin der Szene…).
Das heißt, es geht nicht so sehr um den Zusammenhang von Bild und Musik, eher um den Zusammenhang von Schrift und Klang; um eine 'Inszenierung'der (Geschichte der) Schrift, die auch (Geschichte der) Sprache ist.
copyright (1997) Iris ter Schiphorst