Iris ter Schiphorst
Transformationen (2021)
zur 'Transformationen' - Serie I - IV ab 2021
In ‚Transformationen’ überlagern sich mehrere Zeit-/ und Medien-Schichten:
- das Musik-Zuspiel basiert auf einer alten Aufnahme eines Stückes aus dem Jahr 1989 (seinerzeit eingespielt von der Geigerin Susanne Schulz und mir am Synthesizer/Sampler), die für die ‚Transformationen–Reihe’ aktuell editiert und neu zusammengesetzt wurde. Grundlage für das damalige Stück waren u. a. Field- recordings von Fröschen, die ich in den 80iger Jahren mit einem Sony-Professional an einer Wasserstelle in Spanien aufgenommen und anschließend in einem Casio-Sampler (mit 1MB Speicherkapazität!) editiert hatte. (Heute gibt es dort diese Wasserstelle und die Frösche nicht mehr – und auch der Sampler Casio-FZ1 ist nur noch als Begriff Bestandteil von Geschichten über die Anfänge der Sampler-Technologie.)
- Das Sprachzuspiel gibt die Aufnahme einer Stimme vom März 2022 wieder, die den Text des o.g. Gedichtes liest.
- Die Live-Musiker*innen fügen eine weitere Zeit-und Raumdimension hinzu.
In der ‚Echtzeit’ der Performance vermischen sich somit verschiedenen Zeit- und Raumschichten miteinander: ‚archäologische’ Klänge vom Zuspiel, eine akusmatische Stimme sowie der 'Live'- Klang des Streich-Duos.
Ein solches Vorgehen greift in gewisser Weise Titel und Inhalt des Gedichts ‚Diepe tijd’ (zu Deutsch: Tiefenzeit) der flämischen Schriftstellerin Dominique de Groen auf. Den Begriff hat der Schriftsteller John McPhee 1980/81 eingeführt, um eine Zeitdimension vom Millionen oder gar Milliarden von Jahren zu bezeichnen, die den langsamen evolutionären Prozessen auf der Erde gerecht wird - und für das das menschlichen Bewußtsein nicht faßbar ist.
copyright (2021) Iris ter Schiphorst